Erstes Reisetagebuch

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Wien 1

124.2 Bart. Altomonte-mnt

1233 Martin Altomonte

 

Wien

Engl.4u. französ.5Bilder

mindestens 50 Stück (aus-

gestelltca41).6

 

Wandverkleidungen

für Zimmer?7

 

Was an Lampi8unter den beschlag-

nahmten Besitz?

Passversorgen!

 

Antrag FfreieFahrtAusweisauf

für Deutsches Reich9

Prof Gösser.GrazGratz

 

Graz:Prof. Egger

Suida10

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Wien

AdrianibeiDirektor Dwor-

schakzum Mittagessen.

4 - 50in derHofburg.1

12. Juli 9 - 120 Hofburg. Mit

DworschakzuSeiss-Inquart2.

Gstapou. Rothschildpalais.

BeiBaldass3. Ab 30 Hofburg

(Photos).

Dr. Kristmann Gestapo

Wien IHerrengasse4

Staatskommissar Dr. Plattner

Chef der Kunstverwaltg5

13. Juli. 930abWien

überPragnachDresden.

                                       

 

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München

Führerbesuch abgesagt wird.

190im Hotel Grünwald1

Tel. daßFührerendgültig

heutenichtkommt. 1910tel.

seine Ankunft im Führerbau

1945angesagt. DerFührer

1955- 2125im Führerbau

zur Besichtigg2der Linzer

Bilder3 u. der Depots.4

Wiensoll einen Teil der

französ.5Bilder (darunter

die PompadourvonBoucher

Fragonard) sowie sämtliche

Englische Bilder erhalten.

In allem übrigen haben in

1. Linie Linz, in 2. Innsbruck

den Vorzug.6

FürLinzsoll aus dem beschlag-

nahmten Kunstbesitz auch eine

graphische Abteilunggebildet

werden.Möbel("gr. ital.

Truhe")7,Bronzen,Elfenbeine,

Tapisserienusw.8

 

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München

DerFührerwendet sich

(auf meine Schilderung der

österr.1Verhältnisse u. der

anWienvon den Gauen ge

stellten Forderungen an den

Wiener Kunstbesitz) dagegen,

daß deralte historisch ent-

standene Kunstbesitzirgend

wie geschmälert werde. Er

hat mir späterhin nochmals

ausdrücklich bestätigt, daß

der Wiener Kunstbesitz so

wie er ist erhalten bleiben

müsse (Ambraser Sammlung)2

"Die großen Sammlungen haben

ihren eigenen hist.3gewordenen

Charakter u. dürfen nicht be-

raubt werden".4

Etwas anderes ist es mit

dem beschlagnahmtenReichs-

besitz.5Dieser müsse der

österr.6 Provinz, in 1. Linie

Linz7 zugute kommen.

Er habe auch eine Ver-

ordnung dagegen erlassen, daß

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vonvomKarlsbadmit Auto

auf der Fahrt nachStarn-

berg1 überMünchenge-

kommen ist. Treffesie

im Continental.2

220nachDresdenzurück.

 

Berlin28. Sept. 39

Schall-Riaucour(Verwandter

Lobkowitz (Raudnitz)

Darf ich Sie bitten, HerrnK.H.3

der mirseit1 Zeichen [durchgestrichen] Jahrzehntenbes.4 gut bekannt ist

freundlichst empfangen zu

wollen.5

Entscheidung überKlinger6

u.Vermeer7 (Bormann)

Dolychaeus-Fund (Wien)

insLandesmuseum Linz1 Zeichen [durchgestrichen] ?8

Kurfürstenstr 59

BerlinW 629.

 

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München-Innsbruck

Museumfür ca 350 Bilder) )1

BeiBuchner, derSchack

galeriefür provis.2Unter

bringung vorschlägt.3

 SalzburgHotelGablerbräu.4

1535nachInnsbruck(über

Garmisch-Mittenwald).

Hotel Tyrol am Hauptbahn-

hof. -

11. Okt.Landesmuseum

Ferdinandeum.

Kustos Dr. Oberhammer

Ambras

Rüstkammer 2. Saal

Kat.5 1626 Lederkoller

Panzerhemd, Schwert u.

Gehänge, Spiess von

StephanFadinger (für

Linz6 ?) stammt ausWien

auch sonst verschiedene

Kunstsachen (Altäre) aus

Niederdonau, die Wien7  z. Zt.

geliehen hat8

 

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Innsbruck

Salzburg Hofrat Dr Martin1

DirektorLandesregierungsarchiv

Domplatz Führer durchSalzburg

(vergriffen)2

 

Innsbruck Landesmuseum

Hauptnachdruckneben

den Tirolischen Sachen

(Maximilian) vor allem

deutscheRenaissance u.

gutenNiederländern, die

ausbauwürdig.3

Raumnotdieselbe wie anders-

wo da alle Materien in dem

selben Gebäude untergebracht

zwei zum Abbruch bestimmte

Zinshäuser schon vor

Jahrzehnten erworben um

Möglichkeit zu haben, das

Museumzu schliessen4

Hofanlage: Lapidarium -

Graphik aus allen Zeiten erwünscht

(z. B. Venezianer u. Oberitaliener)5

  • 1.Franz Martinwar wiePosseMitglied desInstituts für österreichische Geschichtsforschung. Möglicherweise kanntePosseihn von seiner Studienzeit in Wien her.
  • 2.Möglicherweise hattePosseversucht, den vonMartinverfasstenSalzburg-Führer zu erwerben, der jedoch vergriffen war (Martin, Franz: Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst. Wien 1923).
  • 3.In seinem Bericht über die Landesmuseen beschriebPossedas Sammlungsprofil desFerdinandeumsfolgendermaßen: Das Museum besäße "außer seinem einzigartigen, reichen Besitz an hochwertiger Heimatkunst und Kunstgewerbe sehr bedeutende Malerwerke der deutschen Renaissance aus der BlütezeitInnsbrucksunterKaiser Maximilianund vor allem auch eine wertvolle Sammlung niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts [...], deren Ausbau sehr wünschenswert wäre" (s.BArch, B 323/229, Hans Posse, Bericht über die Landesmuseen der Ostmark, II. Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck, abgedruckt in:Schwarz (2018), S. 204-210, hier S. 208).
  • 4.Vermutlich meintePossedie Möglichkeit, durch die museumseigene Nutzung der umliegenden Gebäude eine geschlossene Hofanlage zu erhalten.
  • 5.In seinem Bericht anHitlerbetontePosse, dassInnsbruck "bei der Verteilung graphischer Werke aus dem beschlagnahmten Besitz [...] (z. B. mit einem Exemplar des 'Theuerdank'" zu berücksichtigen sei (s.BArch, B 323/229, Hans Posse, Bericht über die Landesmuseen der Ostmark, II. Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck, abgedruckt in:Schwarz (2018), S. 204-210, hier S. 208).