Oppenheimer, Franz

Oppenheimer, Franz
Geburtsdaten
01.08.1871
Todesdaten
26.04.1950
Geschlecht
männlich
Dienstgrad/akad. Titel
Dr. jur.

Kunst- und v. a. Porzellansammler; allgemein s. BDA-Archiv, RestMat., K. 42/1, Personenmappe Franz Oppenheimer;

Franz Oppenheimer und seine Ehefrau Margarethe (geb. Knapp, 08.08.1878, Wien) hatten das Deutsche Reich Ende 1936 verlassen und sich in Wien niedergelassen. Einen Teil ihrer Kunstsammlung hatten sie nach Wien mitgebracht und bei der Zentralstelle für Denkmalsschutz angemeldet. Das Ehepaar verließ Wien am 11. März 1938, unmittelbar vor dem 'Anschluss' Österreichs an das Deutsche Reich. Ihnen gelang die Flucht über Budapest und Stockholm in die USA. Die Wohnung in Wien III., Reisnerstraße 48, wurde von der SS beschlagnahmt. Nachdem das Oppenheimer-Vermögen gemäß §1 der Verordnung über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens im Lande Österreich vom 18.11.1938 zu Gunsten des Deutschen Reiches eingezogen worden war, wurde die Porzellansammlung im Mai 1939 auf Ersuchen von Franz Oppenheimer bei der Zentralstelle für Denkmalschutz aufgrund des denkmalbehördlichen Ausfuhrverbotsgesetzes sichergestellt (s. § 4a BGBl. Nr. 80/1923; BArch, B 323/1203, fol. 80-81 bzw. 212-213, Sicherstellungen und Beschlagnahmen in Wien im Jahr 1939). Zu diesem Zeitpunkt hatte die SS die Wohnung in der Reisnerstraße jedoch bereits geräumt, einige Teile der Sammlung befanden sich unter Zollverschluss bei einer Spedition, andere wurden in der Kreisleitung der NSDAP am Schwarzenbergplatz 5 aufgefunden und in die Zentralstelle für Denkmalschutz gebracht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden die enteigneten Sammlungsbestände aufgrund eigens erlassener Rückstellungsgesetze (s. Bundesgesetze 1946-1995) an die rechtmäßigen Eigentümer bzw. deren Rechtsnachfolger restituiert.