10.1940: Paris (0057) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)

10.1940: Paris (0057) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)
DKA_NLPosseHans_IB4-0057.tif

KillyParis

Brüssel, Hotel Plaza1

BrüsselVorkaufsrecht für Frank-

               reich

               Entscheidung über

               beschlagnahmte2

Prof Hosemann Kunstschutz

(Darmstadt3,   Brüssel

Palace Hotel4: Militär-

verwaltung

 

Paris: Staatrat Turner

Militarkunstschutz

Chef des

Verwaltgsstabes5 für Stadt Paris

Bez. ABC unterstehen6

Dr. Kütgen

Nebenhaus Deutsche

Botschaft Depot7

Räume im Louvre

(Erdgeschoss)

Ministerialrat Rademacher8

 

Schenker 4009    (bzw. Turner)

Chambre des Députes10

Ministerialrat Guillaume

! Epting:

Listen Erich Meyer u. Rob. Schmidt11

 

  • 1. Das Hotel Le Plaza in Brüssel, Boulevard Adolphe Max 118-126, war ab 1940 der Sitz des Militärbefehlshabers für Belgien und Nordfrankreich.
  • 2.Posse notierte sich stichpunktartig, zu welchen Maßnahmen er Hitler raten wollte, nämlich ihm als Sonderbeauftragten ein Vorkaufsrecht für Frankreich und die Entscheidung über die beschlagnahmten Bestände zu sichern. Diese Vorschläge machte er Hitler beim nächsten Treffen. Am 18. November 1940 wurde der 'Führervorbehalt' und damit Hitlers Erstzugriffsrecht auf Raubkunstbestände auf die von deutschen Truppen besetzten Gebiete erweitert und Posse ausdrücklich als Beauftrager Hitlers nominiert: "Dem Führer ist jetzt vorgeschlagen worden, auch für die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete einen entsprechenden Vorbehalt zu machen. Der Führer hat diesem Vorschlag zugestimmt und und sich die Entscheidung über die Verwendung von Kunstwerken vorbehalten, die die in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten von deutschen Stellen beschlagnahmt worden sind oder beschlagnahmt werden. Dabei ist es gleichgültig, ob etwa auch durch einheimische Behörden eine Beschlagnahme erfolgt ist. die deutschen Maßnahmen haben auf jeden Fall den Vorrang. Der Beauftragte des Führers für die Vorbereitung der Entscheidung über die Verwendung der Kunstwerke ist der Direktor der Staatlichen Gemäldegalerie Dresden, Herr Dr. Posse." (zitiert nach Schwarz (2014), S. 170).
  • 3.Rosemann lehrte seit 1934 als außerordentlicher Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt.
  • 4. Vermutlich ist das Hotel Le Plaza gemeint.
  • 5. eventuell "Verwaltungsstabes"
  • 6. Vermutlich ist gemeint, dass die Bezirke A, B und C Felix Kuetgens unterstanden. Um welche Bezirke es sich dabei genau handelte, ist unklar.
  • 7.In einem Nebengebäude der Deutschen Botschaft in der Rue de Lille, 78-80, war ein Depot für beschlagnahmte jüdischen Kunstsammlungen eingerichtet worden. Vermutlich meinte Posse hier das Gebäude mit der Nummer 82 (s. Ebeling (2016), S. 155).
  • 8. Eventuell handelt es sich um Franz Rademacher.
  • 9. Eventuell ist die Transportfirma Schenker & Co. gemeint.
  • 10. Gemeint ist das Palais Bourbon an der Pariser Pont de la Concorde, das bis Juni 1940 der Sitz der Abgeordnetenkammer (Chambre des Députés) der Dritten Französischen Republik gewesen und in dem unter den deutschen Besatzern eine Dienststelle der Militärverwaltung von Paris eingerichtet worden war.
  • 11. Die Inventarlisten der von Otto Abetz sichergestellten jüdischen Kunstsammlungen im Nebenhaus der Deutschen Botschaft in der Rue de Lille waren von Erich Meyer erstellt worden (s. BArch, B 323/295, Erich Meyer, Verzeichnis der im Juli 1940 durch die Geheime Feldpolizei in Paris gesicherten und in der Deutschen Botschaft überbrachten Gegenstände aus jüdischen Kunsthandlungen. wissenschaftlich bearbeitet im Juli und August 1940; Schwarz (2014), S. 159).