11.1940: Den Haag (0080) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)

11.1940: Den Haag (0080) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)
DKA_NLPosseHans_IB4-0080.tif

Haag

Lanz1 vor Jahren 1 ½ Mill.2 geboten

u. abgelehnt. Damals waren fl.3

Devisen. Deshalb heute Forderung

in Schweizer fr4 da Familien,

mitglieder Schweizer.

Vorschlag: Kaufsumme in

⅔ fl.5 ⅓ Schweizer fr.6 über

holl-sch7 Clearing (holl.8

schweizer oder holl.9-Deutsch-

schweizer Clearing)

Hinsichtl.10 Kaufpreis besteht

dann Möglichkeit, den

Preis herabzudrücken

Verwertung:

Beste Stücke herausnehm

vieles für kleinere Museum

Rest u. Repräsentations

räume. Rest Versteigerung11

  • 1.Posse verhandelte über den Kauf der Kunstsammlung von Otto Lanz. An Martin Bormann berichtete er folgendermaßen: "Außerdem habe ich mich weiter mit der Sammlung Otto Lanz beschäftigt und stehe in Verhandlungen um den endgültigen Preis, die insofern Schwierigkeiten bieten, da die dreizehn Erben (sämtlich Schweizer) in Schweizer Franken bezahlt sein wollen. Außerdem bestehen auch insofern Schwierigkeiten, als sich ein holländisches Konsortium um die Sammlung zu bemühen scheint, um sie im Lande zu behalten (s. BArch, B 323/113, Nr. 124b).
  • 2. Millionen
  • 3. Es handelt sich um das Kürzel der damaligen Währung Niederländische Gulden, auch Holländische Florin genannt.
  • 4. Franken
  • 5. Es handelt sich um das Kürzel der damaligen Währung Niederländische Gulden, auch Holländische Florin genannt.
  • 6. Franken
  • 7. holländisch-schweizerische
  • 8. holländisch
  • 9. holländisch
  • 10. Hinsichtlich
  • 11.Posse war bei der Sammlung Lanz vor allem am Bestand früher italienischer Kunst interessiert: "Ihre Erwerbung böte Gelegenheit, die noch kleine Abteilung früher italienischer Kunst in Linz auszubauen, was bei der Seltenheit derartiger Werke auf dem Kunstmarkt sonst sehr schwierig, wenn nicht unmöglich sein dürfte" (zit. nach Seydewitz (1963), S. 140). Insgesamt aber schätzte er die Sammlung durchaus kritisch als "in ihrem Werte ungleichmäßig" ein. Posse notiert sich Verwertungsmöglichkeiten für die Sammlung Lanz: Er wollte die besten Stücke für das Führermuseum, vieles eigne sich für kleinere Museen und Repräsentationsräume, der Rest könne dann versteigert werden: "Ich habe vorgeschlagen, dass man alle für höchste Ansprüche brauchbaren Objekte der Sammlung Lanz, die den Preis rechtfertigen, für die Zwecke des Führers entnimmt, und den umfangreichen Rest in eine sicher sehr gut bezahlte Versteigerung bringt" (s. BArch, B 323/103, Nr. 151, Posse an Bormann, 14.10.1940). "Der Rest der Sammlung, der nicht für Linz oder andere deutsche Museen geeignet wäre, könnte zu guten Preisen versteigert werden" (s. Posse an Lammers, 06.01.1941, zit. nach Seydewitz (1963), S. 141).