15.10.1940 - 16.10.1940: München (0044) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)

15.10.1940 - 16.10.1940: München (0044) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-4)
DKA_NLPosseHans_IB4-0044.tif

München

15. Okt. 1530 Führerbau.

Frl. Mittelstädt: R. Wagner.1

Schackgalerie2

Ghirlandajo   Frl. Fugger

16. Okt Böhler

Klomp.  bez.3 168(...

6500.4

 

Bernheimer5,  Lenbachplatz

Cranach

// Alter mit jungen Frauen

1,236     12 000

(Aufhäuser)7

J. B Weenix, Gemüsehändler

//unter Torbogen  6000 (Katz)8

9000.-    ?

/ Hasenclever, Die beiden  (700.

Raucher   Saly Eichen-

grün)9

49,7.10 Duck (Kick) 800 (Gabriele

/ +Rosenthal)11

49,112 Zick (?) Geiselung Christi. (500)

Rosenthal13

Hickel 60014

  • 1. Eventuell ist das Gemälde "Bildnis Richard Wagners" gemeint.
  • 2. Die Schackgalerie war als provisorischer Aufstellungsort für die Gemäldesammlung des in Linz geplanten Führermuseums vorgesehen (s. Eintrag auf der Folgeseite).
  • 3. bezeichnet [=signiert]
  • 4. Die Währung aller Preisangaben auf dieser Seite ist die Reichsmark.
  • 5. Gemeint ist die ehemalige Münchner Kunsthandlung L. Bernheimer von Otto Bernheimer am Lenbachplatz 3. Nach der 'Arisierung' firmierte das Unternehmen als Münchner Kunsthandels-Gesellschaft/Kameradschaft der Künstler München e.V. Dort wurden in München und Bayern beschlagnahmte Kunstwerke aus jüdischem Besitz deponiert (s. Schleusener (2016), 73-76). Posse sah am 16. und 17. Oktober 1940 die Bestände durch und suchte fünf Gemälde, die er sich im Folgenden notierte, für das Führermuseum aus (s. BArch, B 323/137, Nr. 35 Posse an Münchner Kunsthandels-Gesellschaft/Kameradschaft der Künstler München e.V., 11.11.1940 und Nr. 36, Münchner Kunsthandels-Gesellschaft/Kameradschaft der Künstler München e.V. an Posse, 04.11.1940 sowie BArch, B 323/103, Nr. 142, Posse an Bormann, 13.11.1940). Aufgrund von Unklarheiten, die Zuständigkeitsbereiche und finanzielle Abwicklung betreffend (s. BArch, B 323/137, Nr. 30, Münchner Kunsthandels-Gesellschaft/Kameradschaft der Künstler München e.V. an Posse, 08.01.1942), sowie Hitlers Wunsch, selbst die bei der Kameradschaft gelagerten Bestände durchzusehen (s. BArch, B 323/137, Nr. 27, Bormann an Posse, 06.03.1942), zog sich der Erwerb bis Ende 1942 hin. Da Hitlers Besuch nie stattfand, sichtete Posse im März 1942 auftragsgemäß die Kunstwerke erneut und wählte 23 Gemälde "für die Zwecke des Führers" aus (s. BArch, B 323/137, Nr. 20, Posse an Bormann, 06.04.1942; BArch, B 323/137, Nr. 21, Liste der ausgewählten Gemälde).
  • 6. Es handelt sich um die Breite des Gemäldes in Metern.
  • 7. Das Gemälde entstammte der Kunstsammlung des Bankiers Martin Aufhäuser.
  • 8. Dieses Kunstwerk war Teil der Kunstsammlung des Justizrats Leo Katz.
  • 9. Gemeint ist die Kunstsammlung von Sally Eichengrün, aus der das genannte Gemälde stammte.
  • 10. Es handelt sich um die Inventarnummer des Kunstwerks: Die vordere Zahl bezeichnet die entsprechende Sammlung, die hintere die laufende Nummer des Objekts im Beschlagnahmeprotokoll.
  • 11. Dieses Objekt gehörte zur Kunstsammlung von Gabriele Rosenthal.
  • 12. Es handelt sich um die Inventarnummer des Kunstwerks.
  • 13. Gemeint ist die Kunstsammlung von Gabriele Rosenthal.
  • 14. Eventuell handelt es sich um das Gemälde "Musizierende Türkin" aus der Sammlung von Max Uhlfelder. Posse wählte es nicht für das Führermuseum aus.