01.03.1940: München (0045) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-3)

01.03.1940: München (0045) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-3)
3a15a6d2bc62465f6db7b49590942c60.tif

Zimmer 1281

1. März 40. München

Führerdepot (Neuerwerbgen)2

Amerling, Frauenbrustbild

mit schwarzem Schleier, im Profil3

Boecklin: Gottvater u Adam

Leibl: Jungenkopf

Defregger, Ankunft zum Tanz

 

Bilder der Frau v. L.4

1 Rubens, Neptun u Amphitrite

   Kopie Eremitage Werkstatt. 35 Mille5

2. Lawrence Herrenkopf

(Brustbild)

3. Sog.6 Terborch lebensgr.7

Frauenbildnis

4 Holl.8 Küstenbild Cuyp ? van de Velde9

dat.10 1589 auf Turm

  • 1.Posse wohnte in München im Hotel Grünwald (s. BArch, B 323/103, Nr. 230, Posse an Bormann, 22.02.1940) und notierte sich hier die Nummer seines Hotelzimmers.
  • 2. Gemeint ist das Depot im Führerbau in der Arcisstraße 12 in München, wo Posse mit dessen Verwalter Hans Reger die Neuerwerbungen durchsah. Dort hatte er auch die Luftschutzkeller auf ihre Eignung als Depot für die für das Führermuseum bestimmten Gemälde aus Wien hin besichtigt: "Ich halte die in Aussicht genommenen Räume für die Unterbringung der Wiener Gemälde für sehr geeignet und werde im Einvernehmen mit Herrn Arch[itekt] Reger zu geeigneter Zeit den Abtransport der Bilder aus Wien dorthin veranlassen" (s. BArch, B 323/103, Nr. 225, Posse an Bormann, 06.03.1940).
  • 3. Gemeint ist eventuell das Gemälde "Junge Frau mit schwarzem Schleiertuch".
  • 4.Posse war Anfang Februar beauftragt worden, bei seinem nächsten München-Besuch einige Kunstwerke aus dem Nachlass Franz von Lenbachs zu beurteilen, die dessen Witwe Hitler zum Verkauf angeboten hatte (s. BArch, B 323/103, Nr. 242, Bormann an Posse, 05.02.1940). Die Besichtigung fand zusammen mit Woldemar Brinkmann bei Adolf Ziegler im Doerner Institut statt, dort befanden sich "außer einer Reihe von Kopien Lenbachs nach bekannten Gemälden nur fünf Bilder, die zum Ankauf angeboten werden" (s. BArch, B 323/163, Posse an Bormann, 06.03.1940). Diese fünf Objekte zählte Posse im Folgenden auf (für Nr. 5 s. Seite 0046). Von einem Kauf riet er entschieden ab, die Gemälde seien "der kümmerliche Rest der einst bedeutenden Lenbach'schen Sammlung" (s. BArch, B 323/163, Posse an Bormann, 06.03.1940).
  • 5. An Martin Bormann schrieb Posse, dieses Rubens-Gemälde sei "im besten Fall eine mäßige Werkstattarbeit, an vielen Stellen übermalt, nach einer bekannten Originalversion des Meisters" (s. BArch, B 323/163, Posse an Bormann, 06.03.1940), was er hier mit "Kopie Eremitage Werkstatt" präzisierte. Laut Posse handelt es sich bei diesem Bild demnach um eine Werkstattkopie des Rubens-Originals in der Eremitage in St. Petersburg, womit vermutlich das Werk "Bündnis der Erde mit dem Wasser" (s. Eintrag im Online-Objektkatalog der Eremitage) gemeint ist. Dass für das angebotene Gemälde nur "35 Mille", also 35.000,- Reichsmark, gefordert wurden, war für Posse ein weiterer Hinweis darauf, dass es kein Original von Peter Paul Rubens ist (s. BArch, B 323/103, Nr. 225, Posse an Bormann, 06.03.1940).
  • 6. Sogenannter
  • 7. lebensgroßes
  • 8. Holländisches
  • 9.Posse verwarf seine Zuschreibung des "Küstenbildes" an ein Mitglied der niederländischen Künstlerfamilie um Gerrit Cuyp, dessen Nachkommen v. a. im 17. Jahrhundert als Maler tätig waren. Stattdessen gab er ein Mitglied der van de Veldes, einer niederländischen Malerdynastie des 17. Jahrhunderts, deren Vertreter besonders für ihre Seestücke bekannt sind, als Künstler des Gemäldes an.
  • 10. datiert