02.03.1940: München, 03.03.1940 - 04.03.1940: Wien (0047) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-3)

02.03.1940: München, 03.03.1940 - 04.03.1940: Wien (0047) (DKA, NL Posse, Hans, I,B-3)
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Plietzsch1 (Regina)2

Seissenegger, Kinderbildnis

Königin Anna 300003

32,5 : 42,54

nach links blickend.

 

WienZimmer 925

3. März 40 Klosterbeschlagnahmungen

(Göttweyg)6

Ausstellgseröffnung Neue Burg7

        Gauleiter B.8

Abends "Kameradschaftsabend" in

Festsaal der Burg

4.9 Denkmalsamt

Galasso Galassi (Morelli) ein Teil in

Pengö! Dr. Arnulf Hummer

        30000

Waldmüller, Wiedergenesende

        12 00010

  • 1. Wahrscheinlich ist Eduard Plietzsch gemeint.
  • 2. Es handelt sich vermutlich um das Hotel Regina am Rooseveltplatz 15, ehemals Maximilianplatz 16, in Wien (s. Hotel-Homepage).
  • 3. Dieses Gemälde wurde für 30.000,- Reichsmark angeboten. Da sich im Bestand des Führermuseums von Jakob Seisenegger bereits das Werk "Königin Katharina als Kind" befand, verzichtete Posse wahrscheinlich auf einen Ankauf.
  • 4. Es handelt sich wohl um die Bildmaße in cm.
  • 5.Posse notierte sich die Nummer seines Hotelzimmers bei seinem bevorstehenden Wien-Besuch. Er wohnte im Hotel Meissl & Schadn am Neuen Markt 2 bzw. in der Kärntner Straße 16 (Rückseite) im ersten Wiener Gemeindebezirk (s. BArch, B 323/103, Nr. 230, Posse an Bormann, 22.02.1940).
  • 6.Zum 15. September 1939 war das Vermögen des Stiftes Göttweig in der Wachau zugunsten der Stadt Krems eingezogen worden, woraufhin diese die Kunstwerke abtransportieren lassen hatte. Posse fuhr am 7. März 1940 wohl gemeinsam mit Herbert Seiberl, der als Denkmalpfleger für Niederösterreich zuständig war, nach Göttweig, um sich von dem aus denkmalbehördlicher Sicht katastrophalen Zustand des Stiftes selbst ein Bild zu machen (s. Schwarz (2018), S. 99-100; Seite 0059).
  • 7. In der Neuen Burg, einem Teil der Wiener Hofburg, fanden zwei Sonderausstellungen des Kunsthistorischen Museums statt: "Das Wiener Forum in Plänen und Modellen. Ein Hauptstück der Wiener Stadterweiterung" und "Aus den Neuerwerbungen seit der Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reiche".
  • 8. Gemeint ist Josef Bürckel, der die Ausstellung eröffnete und zu diesem Anlass eine programmatische Kulturrede hielt (s. Bürckel (1940)). Die Angelegenheit war ein sensibeles Thema, da Posse sich entgegen Bürckels Wunsch dafür eingesetzt hatte, dass die dem Kunsthistorischen Museum zugeteilten Kunstwerke aus beschlagnahmtem jüdischen Besitz bei der Neuerwerbungsausstellung nicht gezeigt wurden, da "der Verteilungsplan an die Museen der Ostmark [...] noch nicht abgeschlossen" war, er keinen "Propagandastoff für die Feindmächte bieten" wollte und man "in den übrigen Gauen [...] eine Einzelentscheidung zugunsten Wiens nur als eine ungerechtfertigte Bevorzugung empfinden" würde (s. BArch, B 323/163, Posse an Hanssen, 23.02.1940; s. auch Schwarz (2018), S. 98-99).
  • 9. Datumsangabe: 4. März 1940
  • 10.Posse erfuhr von Herbert Seiberl, dem Leiter der Zentralstelle für Denkmalschutz, dass der Rechtsvertreter von Berta Morelli, der Wiener Anwalt Arnulf Hummer, über den Verkauf der Gemälde "Christus am Ölberg" und "Die Wiedergenesene" aus der Kunstsammlung Morelli mit ihm persönlich verhandeln wolle und ein Teil des Kaufpreises in der damaligen ungarischen Währung Pengő zu zahlen sei, da Berta Morelli und ihr Sohn zu diesem Zeitpunkt in Budapest lebten (s. BDA-Archiv, RestMat., K. 10, M. 2, fol. 28, Seiberl an Posse, 28.02.1940). Bei der "mündlichen Unterredung" am 5. März 1940 (s. Seite 0054) bot Posse 70.000,- RM für "Christus am Ölberg" und 12.000,- RM für "Die Wiedergenesene", wobei ein Teilbetrag in Höhe von 30.000,- Pengő ausgezahlt werden sollte (s. BArch, B 323/120, Nr. 149, Posse an Hummer, 11.04.1940). Schließlich wurden für beide Gemälde 97.000,- RM gefordert (s. BArch, B 323/120, Nr. 143, Hummer an Posse, 10.05.1940).