Drittes Reisetagebuch

1 - 25 von 25
DKA_NLPosseHans_IB4-0015.tif

Haag1

Mitgenommen      RM 200.-

                       hl. fl. 375.182

 

FahrkarteDresden-Haag      RM75.50

17. Sept.           (I.)3

AutoHelleraunach Hbf.4      - 5.50

Trinkgeld Schaffner                  - 1.-

18.5Gebühr Abgabe RMBentheim6 - 50

                                             RM 82.50     

Frühstück                          h.fl. 2.607

Auto/Haags                         - - 90

Cigarren                                 - 4.50

Mittagessen.                         -. 6.55

Abend (mitWickel)           - 1.9.908

Bier                                            - 80

19.9Mittag (mitBakker)               6.-

Auto (Amsterdam)                4.-

Cigarren                                  4.-

Ryksmuseum                         - 60

20.10Autos                                      4.50

Mittag                                     3.40

Cig.11                                      2.60

Abend (mitBakker)            12.60

21.12Auto                                        2.75   

Mittag (mitWickeluDr.

                  Schneider)13      17.10

 

                                         fl. 922014

  • 1Im Juni 1939 wurde Posse von der Reichskanzlei ein Verrechnungsbetrag von 10.000,- Reichsmark zur Verfügung gestellt zur Begleichung seiner Reisekosten. Das Geld wurde auf sein Konto Nr. 7102 bei der Dresdner Bank, König Johannstraße, überwiesen. Am 14.10.1940 war der Betrag bis auf RM 2067,- erschöpft und er forderte "eine weitere Summe" an. "Es ist selbstverständlich, daß ich nach dem Verbrauch der RM 10 000 der Reichskanzlei sofort Abrechnung ablege." (s. BArch, B 323/103, Nr. 150, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die akribischen Kostenaufstellungen dienten der erwähnten Abrechnung mit der Reichskanzlei.
  • 2vonPossemitgeführter Geldbetragin der damaligen Währung der Niederlande: Niederländische Gulden, auch Holländische Florin genannt
  • 31. Klasse
  • 4Hauptbahnhof
  • 5Datumsangabe: 18. September 1940
  • 6Bad Bentheimwar wahrscheinlich die letzte Bahnstation vor der niederländischen Grenze. Hier musstePosseeine Gebühr zahlen - vermutlich für den Tausch von Reichsmark in niederländische Gulden.
  • 7Die folgendenPreisangaben sind in der damaligen Währung Niederländische Gulden, auch Holländische Florin genannt.
  • 8Es handelte sich wohl um den Preis eines Abendessens mitFelix William Wickel. Die korrekte Preisangabe wäre vermutlich hfl 19.90.
  • 9Datumsangabe: 19. September 1940
  • 10Datumsangabe: 20. September 1940
  • 11Cigarren
  • 12Datumsangabe: 21. September 1940
  • 13Hans Schneider, der Leiter desRijksbureaus voor Kunsthistorische Documentatie (RKD), hatte sich mitPossesMitarbeiterFelix William Wickelin Verbindung gesetzt, weil eine Dienststelle desReichskommissarsdas Gebäude desRijksbureausübernehmen wollte.Wickelhatte am 17. September ein Ansuchen an den Generalkommissar und ReichsamtsleiterFritz Schmidtgerichtet, das Gebäude in seiner ursprünglichen Nutzung zu erhalten (s.BArch, B 323/114, Nr. 433, Wickel an Schmidt, 17.09.1940).Posseund sein MitarbeiterWickeldürften mitSchneiderdas weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit besprochen haben.
  • 14zur Fortsetzung der Reisekostenaufstellung
DKA_NLPosseHans_IB4-0039.tif

Wien

2. Okt. 40.Denkmalsamt– Bei

L. Madl.1- Im Hotel. Anrufe

ausBerlin(Habermann,Haber-

stock, mit Dresden2,Rechtsan-

walt vonFrau Morelli).

 

Sekretärin Frau. Wilscher(vonM. R.3Habermann)

Visum

ParzeggerFahrer4

MarschendorfbeiTrautenau5

Hirschberg.6

Frau mitnehmen.

Abfahrt 130ca

½ 11 Haus .… 31 51 067Berlin

IV.Taubstummengasse 28

 

Schroll9A 3351810

 

Rechtsanwalt vonFrau Morelli

WienA 1702811

 

Rückgaben anWienu.München12

Wien:DanaeTintoretto(Lyon)

München:Tintoretto,Mada13mit

Hl.(3 m br.14) ausLyon

DKA_NLPosseHans_IB4-0040.tif

fernerRubens,Anbetung

der Könige(Lyon)  3,25 br.1 2

Paris3

Dworschak: Grand Hotel u. d'Orsay4

(Rdtus Paris)

abSaarbrücken(bes.5

Erlaubnis); mit Auto

6 St.6

Hanssen: Verwaltungschef

Dr. Best.

Wickel:Botschafter Abetz

(Grüße)7

Telegr.8wegen Unterkunft,

auf W.9berufen.

Slg.10Adolphe Schloss11/Loebl,

Kleinberger,Arthur

Goldschmidt(Graupe).

Ostade, großer Steen,

"Vermeer", 2 Hz.12van Eyck.13

DKA_NLPosseHans_IB4-0041.tif

Berlin

nachBerlin12. Okt. 401

Dr. TunnaKummer

AhnenerbeTel.89 77 21

Plietzch              91 51 632

Ahnenerbeansagen, daß

ich im Okt. viele Verpflichtungen

habe.3

                                                                   3 2

Auto Hbhof4                               6.-5

FahrkarteDr.Berlinu. z.6  27.20

Auto                                            1.-

Zeitungen                                     20

Mittag                                         6.-

Glas Wermuth                           1.-

Portier                                         1.-

13.7Hotelrechnung                         14.80

Frühstück                                   2.30

Trinkgeld                                    2.-

Strassenbahn                               50

 

                                                 62.00

 

Test Tabelle

 3 2
Auto Hbhof86.-9
FahrkarteDr.Berlinu. z.1027.20
Auto1.-
Zeitungen20
Mittag6.-
Glas Wermuth1.-
Portier1.-
13.11Hotelrechnung14.80
Frühstück2.30
Trinkgeld2.-
Strassenbahn50
  
 62.00

 

  • 1Am 11. Oktober um 17.00 Uhr warPossevonAlbert Bormann, dem Bruder vonMartin Bormann, telefonisch darüber informiert worden, dassHitlerihn am Tag darauf inBerlinzu treffen wünsche.Possefuhr am 12. Oktober früh nach Berlinund notierte sich in sein Diensttagebuch: "705nachBerlin. Kaiserhof abgewartet. 1930zum Abendessen zusammen mitHaberstockbeimFührer. Bericht über Neuerwerbungen. Dann Luftalarm bis 2430. ½ 20im Hotel Kaiserhof" (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch).Posse musste also lange im Hotel Kaiserhof warten, bis er um 19.30 Uhr zusammen mitKarl Haberstockzum Abendessen zuHitlergerufen wurde. Man dürfte über die anstehende Reise nachParis, diePossegemeinsam mitHaberstockunternahm, gesprochen haben.PosselegteHitler aber auch Fotos von beabsichtigten Neuerwerbungen vor und unterbreitete ihm den Vorschlag, ganze Sammlungen anzukaufen.Hitlerwar grundsätzlich einverstanden. "Ich habe vorgeschlagen, daß man alle für höchste Ansprüche brauchbaren Objekte der Sammlung Lanz, die den Preis rechtfertigen, für die Zwecke desFührersentnimmt, und den umfangreichen Rest in eine sicher sehr gut bezahlte Versteigerung bringt." (s.BArch, B 323/103, Nr. 151, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die einzelnen Besprechungspunkte dieses Treffens sind in NotizzettelnPossesdokumentiert (s.BArch, B 323/103, Nr. 152).
  • 2Am 11. Oktober hattePossemitEduard PlietzschinBerlintelefoniert (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch).
  • 3Posse, der Mitglied derKulturkommission der Amtlichen Deutschen Ein- und Rückwandererstelleunter Leitung vonWolfram Sieverswar, rief beimAhnenerbeinBerlinan, vermutlich um den Termin eines geplanten Treffens zu Verhandlungen über die Rückführung des deutschen Kulturgutes aus Südtirol zu besprechen. Das Treffen fand schließlich am 17. März 1941 inBozenstatt (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch, Einträge vom 16.03.1941 bis 18.03.1941).
  • 4Hauptbahnhof
  • 5Die Währung aller folgenden Preisangaben auf dieser Seite ist die Reichsmark.Im Juni 1939 wurde Posse von der Reichskanzlei ein Verrechnungsbetrag von 10.000,- Reichsmark zur Verfügung gestellt zur Begleichung seiner Reisekosten. Das Geld wurde auf sein Konto Nr. 7102 bei der Dresdner Bank, König Johannstraße, überwiesen. Am 14.10.1940 war der Betrag bis auf RM 2067,- erschöpft und er forderte "eine weitere Summe" an. "Es ist selbstverständlich, daß ich nach dem Verbrauch der RM 10 000 der Reichskanzlei sofort Abrechnung ablege." (s. BArch, B 323/103, Nr. 150, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die akribischen Kostenaufstellungen dienten der erwähnten Abrechnung mit der Reichskanzlei.
  • 6und zurück
  • 7Datumsangabe: 13. Oktober 1940
  • 8Hauptbahnhof
  • 9Die Währung aller folgenden Preisangaben auf dieser Seite ist die Reichsmark.
  • 10und zurück
  • 11Datumsangabe: 13. Oktober 1940
DKA_NLPosseHans_IB4-0042.tif

München1

Tel. mitReichskanzlei;Dr. Hanssen

Wickel,Haberstock,Ahnenerbe

Schaub

1930zum Abendessen bis

 ½ 20.2

 

15. Okt. 403

FahrkarteDresden–         5 3

MünchenSchlafw.4I5  RM 78.-

AutoHellerau– Hptbhf.6   6.-

16.7Schlafwagen Frühstück        2.-

Auto Führerbau                    2.-

Mittag                                     3.10

Abend (mitBuchner)           8.10

Zeitungen                              - 20

Bier                                         1.50

17.8Mittag                                       5.60

FahrkarteMünchenFrkft(2.)9

-Paris(1.)10                            80.10

Portier                                     1.90

Telefon                                   2.50

Abend                                    6.70.

18.11Hotelrechnung                      28.-

 

                                            225.7012

  • 1Die oberen Zeilen beziehen sich noch auf den Aufenthalt inBerlinam 12./13. Oktober 1940. Die Einträge zuMünchensetzen mit dem 15. Oktober 1940 ein.
  • 2Nach dem Abendessen beiHitlerhielt ein LuftalarmPosseim Führerbau zurück, der bis 0.30 Uhr dauerte, sodassPosseerst gegen 1.30 Uhr im Hotel Kaiserhof war (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch).
  • 3Im Juni 1939 wurde Posse von der Reichskanzlei ein Verrechnungsbetrag von 10.000,- Reichsmark zur Verfügung gestellt zur Begleichung seiner Reisekosten. Das Geld wurde auf sein Konto Nr. 7102 bei der Dresdner Bank, König Johannstraße, überwiesen. Am 14.10.1940 war der Betrag bis auf RM 2067,- erschöpft und er forderte "eine weitere Summe" an. "Es ist selbstverständlich, daß ich nach dem Verbrauch der RM 10 000 der Reichskanzlei sofort Abrechnung ablege." (s. BArch, B 323/103, Nr. 150, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die akribischen Kostenaufstellungen dienten der erwähnten Abrechnung mit der Reichskanzlei.
  • 4Schlafwagen
  • 51. Klasse
  • 6Hauptbahnhof
  • 7Datumsangabe: 16. Oktober 1940
  • 8Datumsangabe: 17. Oktober 1940
  • 92. Klasse
  • 10Gemeint ist die 1. Klasse.Possefuhr am 18. Oktober früh vonMünchennachFrankfurt am Mainund vor dort aus gemeinsam mitKarl Haberstockweiter mit dem Nachtzug nachParis. Dort kam er am 19. Oktober morgens an (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch).
  • 11Datumsangabe: 18. Oktober 1940
  • 12zur Fortsetzung der Reisekostenaufstellung auf der Folgeseite
DKA_NLPosseHans_IB4-0047.tif

München

17. Okt. 40. Bernheimer1-BeiDr. Hanssen-Führer-

bau (Frl. Fugger). –Buchner

(Alte Pinakothek); dortKohl-

hausen(Nürnberg). – Mit beiden

zu mittag. – Im Hotel Tel.

mitFrl. Fugger(Heim)2;Tochter

Almas(AdressenParis).3– Tel.

mit zuhause.4– Abends mit

BiermannuFrau.5

 

Freitag 18. Okt. überFrankfurt

nachParis.6

AdressenParis:7

Prof. Meller, Rue du General

Appert8, Tel. Passy 76969

(Besitzer)

(Menzel, Thoma, /Cranach,

Plastiken10

Fürst Paul Jurschewitz

7 Avenue Montespan11

(Tizian, van Dyck, Giorgione12

Gräfin Dorsetti(überHerrn Walther

Kunstverlag)Quatre Chemin, Rue. / ? de Marignan 1913

(Tischbein)

DKA_NLPosseHans_IB4-0048.tif

Paris

Galerie Alice Manteau

Rue de l'Abbaye 141

(Fabritius, Cleve)2

Birtschansky, 88 Faubourg

St. Honorée3

(Jansen, Baalen)4

Kunstantiquar Stora

32 B Boulevard Haussmann5

 

Feldmarschall

General v. Reichenau6

Adolphe Schloss.7

 

Dr. BestMinisterialdirektor Ritz8

Dr. Kütgens!   Botschaft An- / häufung von / Kunstwerken).9

Sachbearbeiter f.

Kunstschutz

Zimmer 53610

 

[Willis]11

Oberster Befehlshaber des Heers

Chef der Militärverwaltung

in Frankreich (Gen.12Streccius)

Hotel Majestic13

Tel 553 KLE

6 80014

  • 1Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Galerie:Paris, 14 Rue de l'Abbaye.
  • 2Die KunsthändlerinAlice ManteaubotPossewohl Gemälde vonCarel FabritiusundJoos van Clevean, die jedoch nicht angekauft wurden.
  • 3Es handelt sich um die Adresse des zuvor genannten Kunsthändlers:Paris, 88 Rue du Faubourg Saint-Honoré, gegenüber dem Palais de l'Élysée, dem französischen Regierungssitz.
  • 4Wahrscheinlich sind die KünstlerPieter JansonundHendrik van Balengemeint, von denen der KunsthändlerZacharie BirtschanskyPosseGemälde anbot, die jedoch nicht angekauft wurden.
  • 5Es handelt sich um Adresse der zuvor genannten Kunsthandlung:Paris, 32 B Boulevard Haussmann.
  • 6Beim Westfeldzug 1940 kommandierteWalter von Reichenauals Generaloberst die 6. Armee der Wehrmacht. Nach dem Sieg über Frankreich war er am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall ernannt worden.
  • 7Vermutlich hattePossevor, nach dem Verbleib der Kunstsammlung Adolphe Schloss zu forschen (s. auchEintrag vom Oktober 1940).
  • 8Posseübernachtete im Pariser Hôtel Ritz am Place Vendôme 15 (s.Eintrag auf der folgenden Seite).
  • 9In derDeutschen BotschaftinPariswurden die beschlagnahmten jüdischen Kunstsammlungen gelagert, für dieFelix Kuetgensals Oberkriegsverwaltungsrat des Referats Kunstschutz beim Militärbefehlshaber in Frankreich zuständig war. Aufgrund der stetig wachsenden Anzahl der Objekte reichten diese Räumlichkeiten nicht mehr aus.
  • 10Vermutlich handelt es sich um die Zimmernummer vonKuetgens' Büro im Pariser Hôtel Majestic (s. u.).
  • 11Eventuell handelt es sich umFrederick C. Willis, der sich im September 1939 wegen einer Arbeitsstelle anPossegewendet hatte (s.BArch, B 323/122, Nr. 870, Willis an Posse, 17.09.1939).
  • 12General
  • 13In diesem Pariser Luxushotel in der 19 Avenue Kléber befanden sich von 1940 bis 1944 das Hauptquartier des Militärbefehlshabers in Frankreich und dessen zentrale Abteilungen.
  • 14Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. "553" ist die Bezirksvorwahl, "KLE" bezieht sich auf die nachJean-Baptiste Kléberbenannte Avenue Kléber, in der sich das Hauptquartier des Militärbefehlshabers Frankreich befand, die übrigen Ziffern bestimmen den Endanschluss.
DKA_NLPosseHans_IB4-0049.tif

Paris

Hotel Ritz  Zimmer 96 (IV.)1

Fahrer Katsch

Kraftfahrstaffel 553 / 83762

Oberltn.3Limbert(Adjt.4vonOberstltn5Speidel)

 

VorzimmerOberstl.6Speidel

Frl. von Gagern

soll anrufen 5555 (Berlin)Adjtur / O.E

ThurowOberfeldwe7, der soll

sagenFrau Haberstock, unter

gebracht Hotel Ritz.8

 

20. Okt.S. Gernain en Laye9

Louvre

 

21. Okt.Limbert: Brief

              Hbst.

Dr. Zeitschel

frühere poln.10Botschaft

Rue St. Dominique5511

Dr. Epting12Inval.6080

                    224113

Depot der sichergestellten

Sachen imLouvre.

Ein großer Teil verpackt bei

Schenkerzum AbtransportBerlin14

  • 1Possebezog inParisein Zimmer im Hôtel Ritz am Place Vendôme 15. Er notierte sich die Zimmernummer; mit "IV." war vielleicht das Stockwerk gemeint.
  • 2Es handelt sich um die Telefonnummer, die sich aus einer dreistelligen Bezirksvorwahl und einer vierstelligen Nummer des Teilnehmeranschlusses zusammensetzte.
  • 3Oberleutnant
  • 4Adjutant
  • 5Oberstleutnant
  • 6Oberstleutnant
  • 7Oberfeldwebel
  • 8Vermutlich warFräulein von Gagerndie Vorzimmerdame vonHans Speidel. Sie sollte wahrscheinlich einen OberfeldwebelThurowinBerlinanrufen, der wiederumMagdalene Haberstocküber die Unterbringung im Hôtel Ritz informieren sollte.
  • 9Saint-Germain-en-Laye, eine Stadt westlich von Paris, diente während der deutschen Besetzung Frankreichs von 1940 bis 1944 als Hauptquartier der Wehrmacht, insbesondere für den Oberbefehlshaber West (s.Boulet (2006), S. 288, 291). Am 8. November 1941 furPossenachSaint-Germain-en-Laye, um die Sammlung Craig anzusehen. Möglicherweise steht dieser Eintrag auch damit in Zusammenhang.
  • 10polnische
  • 11Im ehemaligen Gebäude der polnischen Botschaft, eigentlich 57 Rue Saint-Dominique inParis, befand sich das im September 1940 neu gegründeteDeutsche Institut, dasKarl Eptingleitete.
  • 12Karl Eptingvermittelte Ankäufe an deutsche Museen.Possehatte bereits vor seinem Aufenthalt in Paris brieflichen Kontakt mit ihm gehabt undEptinggebeten, ihn auf bedeutende Stücke älterer Kunst, die inPariszu kaufen seien, aufmerksam zu machen (s.BArch, B 323/121, Nr. 399, Posse an Epting, 13.09.1940).
  • 13Es handelt sich um die Telefonnummer vonKarl Epting. Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Üblicherweise wurden nur die Buchstabencodes oder die Bezirksnamen, deren erste drei Buchstaben den dazugehörigen Code ergaben, und die Teilnehmernummern notiert. Die Nummer der Zentrale ergab sich automatisch über die Eingabe der Buchstaben, denen auf der Wählscheibe des Telefons eine bestimmte Ziffer zugeordnet war. "Inval." (Buchstabencode INV) bezieht sich auf das Quartier des Invalides, die Bezirksnummer lautete 468.
  • 14Die beschlagnahmten Kunstwerke aus jüdischem Besitz waren zunächst in Räumlichkeiten derDeutschen Botschaftuntergebracht worden (s.Rayssac (2007), S. 150). Aus Raumnot wich man bald auf leer stehende Säle desLouvreund schließlich desMusée du jeu de paumeaus (s.Rayssac (2007), S. 201 und 203-204).Carltheo ZeitschelundKarl Eptingwaren dafür zuständig gewesen, Objekte aus jüdischem Besitz, die die französischen Behörden in Loire-Schlössern verwahrt hatten, in denLouvrebringen zu lassen. Große Teile der beschlagnahmten jüdischen Kunstsammlungen wurden nach Deutschland gebracht.
DKA_NLPosseHans_IB4-0050.tif

Paris

Katalog

Dr. Bunjes, Kunstschutz-

beauftragter der Militärverwaltg1

Paris. Chambre des Députes2

 

R. Gerard

AvenueRuede Messina543

(Vaumousse)4

aufEptingberufen

 

Listen5

Viele Niederländer imLouvre

Berchem6, Cuyp7(Depot vonChereperrine)8

van Dyck9,Goyen

 

Depot von Sourches.10

Eeckhout,Nackte Frau als

schlafende Venus(Louvre)

Flinck,Verkündigg11an die Hirten

(Louvre)

Fyt,Stilleben mit Wildpret(Louvre)

-12Jagdszene(Gal.13Wildenstein)14

Hemessen,Heilung des alten

Tobias(Louvre)

Lievens,Heimsuchg15(Louvre)

  • 1Militärverwaltung
  • 2Gemeint ist das Palais Bourbon an der Pariser Pont de la Concorde, das bis Juni 1940 der Sitz der Abgeordnetenkammer (Chambre des députés) der Dritten Französischen Republik gewesen und in dem unter den deutschen Besatzern eine Dienststelle der Militärverwaltung vonPariseingerichtet worden war.
  • 3Es handelt sich um die Geschäftsadresse des zuvor genannten Kunsthändlers inParis: 4 Avenue de Messine.
  • 4Eventuell ist der KünstlerMaurice Vaumoussebzw. eines seiner Werke gemeint.
  • 5Bereits vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatten die Franzosen mit einem umfassenden Evakuierungsprogramm für Kunst- und Kulturschätze begonnen, in dessen Verlauf tausende Objekte aus Museen und vereinzelten Privatsammlungen aus den Stadtzentren herausgeholt und an 'sichereren' Orten, meist abgelegene Schlösser oder Klöster auf dem Land, eingelagert wurden (s.Rayssac (2007), passim). Die Bestände desLouvre- nahezu alle Gemälde sowie ausgewählte Skulpturen - waren ab Ende September 1938 ausgelagert worden (s.Rayssac (2007), S. 30 sowieFonkenell (2009), S. 35). Nach der Besetzung Frankreichs im Juni 1940 hatten die Deutschen deren Aufbewahrungsorte sukzessive ermittelt und die Kunstobjekte 'sichergestellt'. Erwähnt werden hier die Listen zum "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" vom Sommer 1940 (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories). Gemeint sind wohl v. a. diejenigen Listen, welche die wichtigsten Gemälde, Skulpturen, Gegenstände des Kunsthandwerks und Wandteppiche unter Nennung von Sammlungsherkunft und jeweiligem Aufbewahrungsort aufführten.Possesichtete diese Listen und notierte sich auf dieser sowie den drei folgenden Seiten Werke, die ihn interessierten.
  • 6Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" werden fürNicolaes Berchemdrei auf Schloss Sourches gelagerte Gemälde geführt: "Landschaft", "Landschaft mit Bäuerin zu Pferde" und "Landschaft und Tiere" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nrn. 5, 6 und 7a).
  • 7Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" werden fürAelbert Cuypzwei auf Schloss Chèreperrine gelagerte Gemälde geführt: "Marine" und "Aufbruch zum Spaziergang" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 8 und 9). Gemeint sind damit die Werke "Bateaux pris dans un orage" und "Le Départ pour la promenade à cheval".
  • 8Im Schloss Chèreperrine inOrigny-le-Rouxwaren ab 1939 Bestände desLouvreausgelagert.
  • 9Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" werden fürAnton van Dyckzwei auf Schloss Chèreperrine gelagerte Gemälde geführt: "Der Flötenspieler" und "Vornehme Dame und ihre Tochter" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 11 und 12). Dabei handelt es sich um die Werke "Joueur de flûte traversière" und "Portrait d'une dame de qualité et sa fille".
  • 10Die Gewölbekeller des Schlosses Sourches (s.Schloss-Homepage) inSaint-Symphoriendienten während des Zweiten Weltkriegs als Außendepot. Dort waren u. a. großformatige Gemälde desLouvre, der Teppich von Bayeux, Einrichtungsgegenstände aus Schloss Versailles und Privatsammlungen jüdischer Familien untergebracht.
  • 11Verkündigung
  • 12Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das im Folgenden genannte Gemälde wurde ebenfalls vonJan Fytgeschaffen.
  • 13Galerie
  • 14Gemeint ist die Kunstsammlung vonGeorges Wildenstein.
  • 15Heimsuchung
DKA_NLPosseHans_IB4-0051.tif

Paris

Depot von Chereperrine:1

Metsu,Ehebrecherin(Louvre)

Momper2 Landschften2( " )3

Meister des Marientodes,

D hl. Franz4(Louvre

Neufchatel, Nic.,Bildnis des

Vigilius Ayta von Zuichem

(Louvre)

Pencz,Hieronymus. ( " )

Rubens, 2 Tierkämpfe5( " )

-6,Apotheose Heinrichs IV

-7,Wohltaten während der

Regierung der Königin( " )

-8 Krönung Maria v. Medici( " )

Depot von Louvigny:9

dazu nocheine Reihe der

übrigen Darstellgen10( " )

Depot von Sourches:11

Rottenhammer,Tod d. Adonis( " )

Rubens,weitere Darstellungen

aus Medici-Zyklus( " )

D.12v. Chereperrine

M. v. St. Severin,Aufbruch der hl.

Ursula

-13Heiratsantrag an die   ( " )

hl. Ursula

  • 1Im Schloss Chèreperrine inOrigny-le-Rouxwaren ab 1939 Bestände desLouvreausgelagert.
  • 2Es handelt sich um die Abkürzung des Wortes "Landschaften". Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" werden fürMomperauf Schloss Chèreperrine zwei Gemälde geführt: "Landschaft" und "Bergige Landschaft" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 41 und 42). Im Bestand desLouvrebefinden sich fünf Gemälde vonMomper(s.Foucart (2009), S. 187 und 342;Pomarède/Grebe (2011), S. 260), vier davon kommen für die hier erwähnten zwei Landschaften in Frage: "Paysage montagneux avec deux coches et un cavalier" (INV 1096), "Paysage montagneux avec bohémiens" (INV 1097), "Paysage montagneux avec un pont et quatre cavaliers" (INV 1104) und "Ermitage de moines dans une grotte" (INV 1116).
  • 3Es handelt sich um Unterführungszeichen für das Wort "Louvre", d. h. das genannte Werk stammte ebenfalls aus dem Bestand desLouvre. Dies gilt - soweit nicht anders vermerkt - für alle übrigen Unterführungszeichen dieser Seite.
  • 4LautPossebefand sich dieses Werk auf Schloss Chèreperrine, im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" wird es jedoch als auf Schloss Sourches gelagert geführt (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 44).
  • 5Gemeint sind die Gemälde "Cheval attaqué par des lions" und "Combat d'ours et de tigres".
  • 6Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das genannte Werk wurde ebenfalls vonPeter Paul Rubensgeschaffen.
  • 7Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das genannte Werk wurde ebenfalls vonPeter Paul Rubensgeschaffen.
  • 8Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das genannte Werk wurde ebenfalls vonPeter Paul Rubensgeschaffen.
  • 9Auch im Schloss Louvigny inLouvignybefanden sich ab 1939 evakuierte Bestände desLouvre.
  • 10Darstellungen
  • 11Die Gewölbekeller des Schlosses Sourches (s.Homepage des Château de Sourches) inSaint-Symphoriendienten während des Zweiten Weltkriegs als Außendepot. Dort waren u. a. großformatige Gemälde desLouvre, der Teppich von Bayeux, Einrichtungsgegenstände aus Schloss Versailles und Privatsammlungen jüdischer Familien untergebracht.
  • 12Depot
  • 13Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das Werk wurde ebenfalls vomMeister von St. Severingeschaffen.
DKA_NLPosseHans_IB4-0052.tif

Paris

Steen, Hochzeit1               (Louvre)

Snyders,Die Fischhändler2    "3

Weenix4,Seeräuber                "

-5 Meereshafen                       "

Wouwerman6                          "

Depot von Sourches7

Winterhalter,Frau Rimsky-

Korsakov                          "

-8 Herzog d’Aumale                "

-9 Herzogin     "10                   "

Italien

Dep.11von Cherperrine:12

Allori,Isab von Aragonien u.   "

Karl VIII

Barocci,Beschneidung

Berrettini,Auffindung von

Romulus & Remus13       "

D.14v. Sourches.

Bordone,Vertumnus u. Pom.15"

Sarto,Porträt Andrea Fausti    "

R. del GarboKrönung Mariä    "

Cherperrine

Guercino,Salome                     "

Giordano,Tarquinius u Lucr.16"

-17,Jagd der Diana                   "

  • 1Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" wird fürJan Steenein auf Schloss Chèreperrine gelagertes Gemälde geführt: "Die Hochzeit" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 88). Aus dem Bestand desLouvrekommen hierfür zwei Werke vonJan Steenin Frage: "Fête dans une auberge" und "Joyeux repas de famille". Aufgrund seiner Ähnlichkeit zuSteensHochzeits-Darstellungen, insbesondere der "Hochzeit zu Kana", meintePossevermutlich ersteres.
  • 2LautPossebefand sich dieses Werk auf Schloss Chèreperrine, im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" wird es jedoch als auf Schloss Louvigny inLouvignygelagert geführt; für denselben Künstler ist in diesem Bericht für Schloss Chèreperrine das Bild "Vögel auf einem Zweig" gelistet (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 89 und 87).
  • 3Es handelt sich um Unterführungszeichen für das Wort "Louvre", d. h. das genannte Werk stammte ebenfalls aus dem Bestand desLouvre. Dies gilt - soweit nicht anders vermerkt - für alle übrigen Unterführungszeichen dieser Seite.
  • 4Gemeint ist entwederJan Baptist Weenixoder dessen SohnJan Weenix.
  • 5Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. das genannte Werk ist ebenfalls von "Weenix".
  • 6DerLouvrebesitzt 18 Werke von oder nachPhilips Wouwermanund ein Gemälde von dessen BruderPieter Wouwerman(s.Foucart (2009), S. 298-302, 343). Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" sind unter "Wouvermann" zwei Werke aufgeführt, diePossehier wahrscheinlich auch meinte: "Holzbrücke über den Strom" und "Das Tor von Nesle" (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit:Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Deutsche Meister", Nr. 100 und 101). Bei ersterem handelt es sich wohl um "Pont de bois sur le torrent" vonPhilips Wouwerman, bei letzterem um "La Tour et la Porte de Nesle à Paris" vonPieter Wouwerman.
  • 7Die Gewölbekeller des Schlosses Sourches (s.Homepage des Château de Sourches) inSaint-Symphoriendienten während des Zweiten Weltkriegs als Außendepot. Dort waren u. a. großformatige Gemälde desLouvre, der Teppich von Bayeux, Einrichtungsgegenstände aus Schloss Versailles und Privatsammlungen jüdischer Familien untergebracht.
  • 8Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. dieses Werk ist ebenfalls vonFranz Xaver Winterhalter.
  • 9Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. dieses Werk ist ebenfalls vonFranz Xaver Winterhalter.
  • 10Es handelt sich um Unterführungszeichen für "d’Aumale".
  • 11Depot
  • 12Im Schloss Chèreperrine inOrigny-le-Rouxwaren ab 1939 Bestände desLouvreausgelagert.
  • 13LautPossebefand sich dieses Werk auf Schloss Chèreperrine, im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" wird es jedoch als auf Schloss Louvigny inLouvignygelagert geführt; für denselben Künstler ist in diesem Bericht für Schloss Chèreperrine das Bild "Mutter Gottes mit Kind" gelistet (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Italienische Meister", Nr. 5 und 3).
  • 14Depot
  • 15Es handelt sich um die Abkürzung des Namens "Pomona". "Vertumnus und Pomona" ist ein alter, inzwischen verworfener Titel dieses Gemäldes.
  • 16Lucretia
  • 17Es handelt sich um ein Unterführungszeichen, d. h. dieses Werk ist ebenfalls vonLuca Giordano.
DKA_NLPosseHans_IB4-0053.tif

Paris

Franzosen

Poussin.1

Velasquez,Männerbildnis

Slg.2Wildenstein3

Skulpturen u. Kunstgewerbe

Benedetto da Majano,Marmor

büste Fil. Strozzih.452 cm.

Louvrez. Zt. Fougères.5

Mino da Fiesole

Marmorbüste Diotisalvi

Neroni1464

L. z. Zt. F.6

Riemenschneider,Verkündigg7(Maria)

Marmor aus Peterskirche

inErfurt855 cm "9

H. DaucherRelief hl. Familienach

Dürer1043 cm          "11

Bronzestatuette (Selbstporträt

vonP. Vischer12 Louvrez. Zt Chambord13

Deutsche Statuette der EvaBronze    "14

       "15     nackte Tänzerin    "16    "17

Teppiche

12großeBrüsseler Teppiche, Jagden Kaiser

Max. I.(seit 1665 im Besitz der

französ.18Könige                                   "19

  • 1Gemeint ist ein Werk oder sind mehrere Werke des KünstlersNicolas Poussin. Im "Bericht über die im besetzten Gebiet befindlichen wertvollen Bilder" sind für Poussinacht Gemälde gelistet: auf Schloss Chèreperrine inOrigny-le-Roux: "Aus dem Leben des Hl. Franz Xavier" (Nr. 2), "Das Konzert der Amoretten" (Nr. 3), "Die Weisen aus dem Morgenlande" (Nr. 8; vermutlich ist das Gemälde "L’Adoration des Mages" gemeint), "Die Erscheinung der Mutter Gottes" (Nr. 9), "Mars und Rea Sylvia" (Nr. 10), auf Schloss Louvigny inLouvigny: "Der Lehrer der Falisquen" (Nr. 12) sowie auf Schloss Sourches inSaint-Symphorien: "Das Abendmahl" (Nr. 13; vermutlich ist das Gemälde "Jésus-Christ instituant l'Eucharistie" gemeint) und "Allegorie" (Nr. 14) (s.NARA, Record Group 260, Series: Restitution Research Records, 1945-1950, File Unit: Linz Museum: Report of Valuable Paintings in the German Occupied Territories, Liste "Französische Meister", unter Buchstabe P).
  • 2Sammlung
  • 3Gemeint ist die Kunstsammlung vonGeorges Wildenstein.
  • 4hoch
  • 5Das Schloss Fougères-sur-Bièvre (s.Schloss-Homepage des Centre des monuments nationaux) inFougères-sur-Bièvrediente während des Zweiten Weltkriegs als Evakuierungsdepot desLouvre.
  • 6Es handelt sich um die Abkürzung für "Louvrezur Zeit Fougères". Damit ist der  Aufbewahrungsort des genannten Kunstwerks gemeint.
  • 7Verkündigung
  • 8Die Skulptur war vermutlich Teil eines Altaraufsatzes, der sich ursprünglich in der ehemaligen Peterskirche auf dem Petersberg inErfurtbefand. Diese war als Klosterkirche der Benediktinerabtei St. Peter und Paul errichtet worden, die 1802 von den Preußen aufgelöst wurde. 1806 ging das Gebiet unterNapoleonan die Franzosen, die das Kircheninventar versteigerten und den Bau fortan als Lagerraum nutzten.
  • 9Unterführungszeichen für die Abkürzung "L. z. Zt. F." [=Louvrezur Zeit Fougères] als Aufbewahrungsort des genannten Kunstwerks
  • 10Für dasReliefdiente der Holzschnitt "Die Heilige Familie in Ägypten" aus dem Zyklus "Das Leben der Jungfrau Maria" vonAlbrecht Dürerals Vorlage (s.Eintrag im Online-Objektkatalog des MAK Wien).
  • 11Es handelt sich um Unterführungszeichen für die Abkürzung "L. z. Zt. F." [=Louvrezur Zeit Fougères] als Aufbewahrungsort des genannten Kunstwerks.
  • 12Eventuell handelt es sich um die Kleinplastik "Autoportrait". Dies ist jedoch nicht gesichert, da es sich dabei nicht um eine Bronzestatuette, sondern eine -büste handelt. Jedoch könnte die vonPossegewählte Bezeichnung auf die geringen Maße des Werks zurückzuführen sein.
  • 13Das Schloss Chambord (s.Homepage Château de Chambord) inChamborddiente wie das Schloss Fougères-sur-Bièvre während des Zweiten Weltkriegs als Auslagerungsort für die Bestände desLouvre(s.Martel (2009)).
  • 14Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. das genannte Kunstwerk befand sich ebenfalls auf Schloss Chambord.
  • 15Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. bei diesem Werk handelte es sich ebenfalls um eine "Deutsche Statuette".
  • 16Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. das genannte Werk war ebenfalls aus Bronze.
  • 17Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. das genannte Kunstwerk befand sich ebenfalls auf Schloss Chambord.
  • 18französischen
  • 19Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. das genannte Kunstwerk befand sich ebenfalls auf Schloss Chambord.
DKA_NLPosseHans_IB4-0054.tif

Paris

Sekretariat derBotschaft:

Frl. v. Reibnitz

  "1   v. SydowoderKettner

 

Legationsrat Zeitschel.

Deutsche Botschaft.

 

Féral, Place Vendome

ggüber2Ritz3

 

Mr. J. Perdoux

6 B. Flandrin4Trocadero

666738.5

 

Cailleux, Faubg St. Honoré6

Silvestre,Skizze zum Dresdner

Bild        40 000 fr.7

 

Galerie Mestrallet, 90 Rue de Rennes8

Angebl.9 Seb. Ricci,Schmiede des

Vulkan   50 000 fr.

 

Alex.10Popoff   80 000

2 Venetianer predellen11

  • 1Es handelt sich um Unterführungszeichen für die Abkürzung "Frl.".
  • 2gegenüber
  • 3Gemeint ist das Grandhotel Hôtel Ritz,Paris, 15 Place Vendôme, dem das Geschäft des zuvor genannten Kunsthändlers wohl gegenüber lag.
  • 4Geschäftsadresse des zuvor genannten Kunsthändlers:Paris, 6 Boulevard Flandrin
  • 5Es handelt sich um die Telefonnummer des zuvor genannten Kunsthändlers. Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Üblicherweise wurden nur die Buchstabencodes oder die Bezirksnamen, deren erste drei Buchstaben den dazugehörigen Code ergaben, und die Teilnehmernummern notiert. Die Nummer der Zentrale ergab sich automatisch über die Eingabe der Buchstaben, denen auf der Wählscheibe des Telefons eine bestimmte Ziffer zugeordnet war. "Trocadero" (Buchstabencode TRO) bezieht sich auf den Bereich um den Place du Trocadéro-et-du-11-Novembre, die Bezirksnummer lautete 870.
  • 6Es handelts ich um die Adresse der zuvor genannten Kunsthandlung:Paris, 136Rue du Faubourg Saint-Honoré.
  • 7Diese und alle folgenden Preisangaben auf dieser Seite vermerktePossein Französischen Francs.
  • 8Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Galerie.
  • 9Angeblich/er
  • 10Alexander
  • 11Gemeint sind die beiden Werke "Les Funérailles de Marcus Plautius et Orestilla - Scène historique" und "Artémise buvant les cendres de Mausole - Scène historique". Eine Predella ist der Sockel, der auf dem Altartisch, der Mensa, steht und den Altaraufsatz, das Retabel, trägt. Bisweilen dient sie auch als Reliquienschrein und ist in der Regel mit Malerei und/oder Schnitzwerk ausgestaltet.
DKA_NLPosseHans_IB4-0055.tif

Paris

Meller

 

WaltherKunstverlag,Quattre cheemins

rue de Marignan 191

(Tischbein-Gräfin Dorsetti)

 

Gal.Alice Manteau, Rue de

l`abbaye 142

 

Stora, 32B Boulevard Haussmann3

 

Slg.4Schloss.5 535

 

Dr. Kütjens         }  ab Mittwoch / vorher anrufenkl. 68100 - / 241 6806

 

Graf Metternich

 

Dr. Bunjes(Kunstschutzbeauftragter

der MiliärverwaltungParis,

Chambre des Deputes7

 

Sekretariat derBotschaft(Frl. v.

Reibnitz.,v. Sydow,Kettner

 

Prince Jurschewitz(durchPer-

 

doux)

v. Reichenau

 

Mestrallet(Ricci)

 

Dr. Bunjes

Rue de Wille

Chef des

Chambre des Deputes8

Zimmer 160.

Frl. Falliuer(Sekretärin von

Dr. Bunjes)

  • 1Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Galerie.
  • 2Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Galerie. Die Kunsthändlerin bot Gemälde vonCarel FabritiusundJoos van Clevean, die jedoch nicht angekauft wurden.
  • 3Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Kunsthandlung.
  • 4Sammlung
  • 5Gemeint ist die Gemäldesammlung vonAdolphe Schloss.
  • 6Eventuell handelt es sich um Telefonnummern oder -durchwahlen.
  • 7Gemeint ist das Palais Bourbon an der Pariser Pont de la Concorde, das bis Juni 1940 der Sitz der Abgeordnetenkammer (Chambre des Députés) der Dritten Französischen Republik gewesen und in dem unter den deutschen Besatzern eine Dienststelle der Militärverwaltung vonPariseingerichtet worden war.
  • 8Chambre des Députés
DKA_NLPosseHans_IB4-0056.tif

Paris

Galerie Hugo Engel

Malesherbes 22III1

Knüpfer Gastmahl20000 fr.2

S. Ricci(?)antikeSoldatenszene1500 -3

E. v. d. PoelHirtenszene5000 -

Jordaens (groß)55000 -

Tizian(?)4

Deutsch (?)Frauen am Wasser.

18000

 

Renders,Brügge.

 

Walther Quatre Chemin, rue de

Marignon 195

Tel. Balzac 39166

Mittwoch  (Tischbein,Gräfin

nach 140 Dorsetti)

 

StoraBoulevard Haussmann

32 B7

2 Engel, Schule

Riemenschneider.

 

Boecklin,der Eremit.

(Maler Jean Kaitor)

Perdoux(Jurschewitz)

  • 1Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Kunsthandlung vonHugo Engel:Paris,22 Boulevard Malesherbes.
  • 2Der Preis ist in Französischen Francs angegeben.
  • 3Es handelt sich um Unterführungszeichen, d. h. diese Preisangabe ist ebenfalls in Französischen Francs. Dies gilt ebenso für die übrigen Preisangaben auf dieser Seite.
  • 4Ein Gemälde vonTizianwurde von derGalerie Hugo Engelnicht angekauft (s.BArch, B 323/147, Nr. 300, Hans Posse, Für das Kunstmuseum in Linz erwünschte Gemälde, die in Paris angekauft wurden, 25.10.1940).
  • 5Es handelt sich um die Adresse der zuvor genannten Galerie:Paris,19 Rue de Marignan.
  • 6Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Üblicherweise wurden nur die Buchstabencodes oder die Bezirksnamen, deren erste drei Buchstaben den dazugehörigen Code ergaben, und die Teilnehmernummern notiert. Die Nummer der Zentrale ergab sich automatisch über die Eingabe der Buchstaben, denen auf der Wählscheibe des Telefons eine bestimmte Ziffer zugeordnet war. "Balzac" (Buchstabencode BAL) bezieht sich auf den Bereich um die Rue Balzac, die Bezirksnummer lautete 225.
  • 7Es handelt sich um die Adresse der zuvorgenannten Kunsthandlung:Paris,32 B Boulevard Haussmann.
DKA_NLPosseHans_IB4-0057.tif

KillyParis

Brüssel, Hotel Plaza1

BrüsselVorkaufsrecht für Frank-

              reich

              Entscheidung über

              beschlagnahmte2

Prof HosemannKunstschutz

(Darmstadt3,  Brüssel

Palace Hotel4: Militär-

verwaltung

 

Paris:Staatrat Turner

Militarkunstschutz

Chef des

Verwaltgsstabes5 für StadtParis

Bez. ABC unterstehen6

Dr. Kütgen

NebenhausDeutsche

BotschaftDepot7

Räume imLouvre

(Erdgeschoss)

Ministerialrat Rademacher8

 

Schenker4009  (bzw.Turner)

Chambre des Députes10

Ministerialrat Guillaume

!Epting:

ListenErich Meyeru.Rob. Schmidt11

 

  • 1Das Hotel Le Plaza inBrüssel, Boulevard Adolphe Max 118-126, war ab 1940 der Sitz des Militärbefehlshabers für Belgien und Nordfrankreich.
  • 2Possenotierte sich stichpunktartig, zu welchen Maßnahmen erHitlerraten wollte, nämlich ihm als Sonderbeauftragten ein Vorkaufsrecht für Frankreich und die Entscheidung über die beschlagnahmten Bestände zu sichern. Diese Vorschläge machte erHitlerbeim nächsten Treffen. Am 18. November 1940 wurde der 'Führervorbehalt' und damitHitlersErstzugriffsrecht auf Raubkunstbestände auf die von deutschen Truppen besetzten Gebiete erweitert undPosseausdrücklich als BeauftragerHitlersnominiert: "DemFührerist jetzt vorgeschlagen worden, auch für die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete einen entsprechenden Vorbehalt zu machen. DerFührerhat diesem Vorschlag zugestimmt und und sich die Entscheidung über die Verwendung von Kunstwerken vorbehalten, die die in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten von deutschen Stellen beschlagnahmt worden sind oder beschlagnahmt werden. Dabei ist es gleichgültig, ob etwa auch durch einheimische Behörden eine Beschlagnahme erfolgt ist. die deutschen Maßnahmen haben auf jeden Fall den Vorrang. Der Beauftragte des Führers für die Vorbereitung der Entscheidung über die Verwendung der Kunstwerke ist der Direktor derStaatlichen Gemäldegalerie Dresden,Herr Dr. Posse." (zitiert nachSchwarz (2014), S. 170).
  • 3Rosemannlehrteseit 1934 als außerordentlicher Professor an derTechnischen HochschuleinDarmstadt.
  • 4Vermutlich ist das Hotel Le Plaza gemeint.
  • 5eventuell "Verwaltungsstabes"
  • 6Vermutlich ist gemeint, dass die Bezirke A, B und CFelix Kuetgensunterstanden. Um welche Bezirke es sich dabei genau handelte, ist unklar.
  • 7In einem Nebengebäude derDeutschen Botschaftin der Rue de Lille, 78-80, war ein Depot für beschlagnahmte jüdischen Kunstsammlungen eingerichtet worden. Vermutlich meintePossehier das Gebäude mit der Nummer 82 (s.Ebeling (2016), S. 155).
  • 8Eventuell handelt es sich umFranz Rademacher.
  • 9Eventuell ist die TransportfirmaSchenker & Co.gemeint.
  • 10Gemeint ist das Palais Bourbon an der Pariser Pont de la Concorde, das bis Juni 1940 der Sitz der Abgeordnetenkammer (Chambre des Députés) der Dritten Französischen Republik gewesen und in dem unter den deutschen Besatzern eine Dienststelle der Militärverwaltung vonPariseingerichtet worden war.
  • 11Die Inventarlisten der vonOtto Abetzsichergestellten jüdischen Kunstsammlungen im Nebenhaus derDeutschen Botschaftin der Rue de Lille waren vonErich Meyererstellt worden (s. BArch, B 323/295, Erich Meyer, Verzeichnis der im Juli 1940 durch die Geheime Feldpolizei in Paris gesicherten und in der Deutschen Botschaft überbrachten Gegenstände aus jüdischen Kunsthandlungen. wissenschaftlich bearbeitet im Juli und August 1940; Schwarz (2014), S. 159).
DKA_NLPosseHans_IB4-0058.tif

Paris                         2 12 6

                                  349.401

22. Okt. 40. Abend               8.50

23.2Frühstück                      1.20

Mittag                            4.50

Cig.3                               2.-

Strümpfe u Pullover 47.50

Abend                         14.-

24.4Frühstück                      1.50

Mittag                            6.50

Zeitungen                      - 50

Fahrer                             2.-

Abend                             7.50

Wein                                3.50

25.5Frühstück                        2.-

Mittag                              7.50

Abendessen                   7.50

26.6Frühstück                        2.-

Mittag                               7.-

Abend                              8.50

27.7Frühstück                         2.-

Mittag                               8.-

Abend                               8.50

Cigarren                          18.-

28.8Frühstück                         2.-

Mittag                                8.-

Strümpfe 2 Paar             10.-

 

                                       539.609

  • 1Es handelt sich um den Übertrag derReisekosten vom 18. bis 22. Oktober 1940. Alle Preise auf dieser Seite sind in Reichsmark angegeben. Im Juni 1939 wurdePossevon derReichskanzleiein Verrechnungsbetrag von 10.000,- Reichsmark zur Verfügung gestellt zur Begleichung seiner Reisekosten. Das Geld wurde auf sein Konto Nr. 7102 bei derDresdner Bank, König Johannstraße, überwiesen. Am 14.10.1940 war der Betrag bis auf RM 2067,- erschöpft und er forderte "eine weitere Summe" an. "Es ist selbstverständlich, daß ich nach dem Verbrauch der RM 10 000 derReichskanzleisofort Abrechnung ablege." (s.BArch, B 323/103, Nr. 150, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die akribischen Kostenaufstellungen dienten der erwähnten Abrechnung mit derReichskanzlei.
  • 2Datumsangabe: 23. Oktober 1940
  • 3Cigarren
  • 4Datumsangabe: 24. Oktober 1940
  • 5Datumsangabe: 25. Oktober 1940
  • 6Datumsangabe: 26. Oktober 1940
  • 7Datumsangabe: 27. Oktober 1940
  • 8Datumsangabe: 28. Oktober 1940
  • 9zur Fortsetzung der Reisekostenaufstellung auf der Folgeseite
DKA_NLPosseHans_IB4-0059.tif

                                             2 8 3

Paris

                                              539 601

Abend                                     12.-

29.2Frühstück                               12.-

Koffer                                      70.-

Mittag                                       7.50

Cigaretten                                - 50

Abend inkl. Mitgenommen 10.-

30.3Frühstück                                  2.-

Trinkgelder                             30.-

Abend                                        5.-

31.4Frühstück                                   1.50

Cigarren                                     1.-

Mittag                                        4.30

Cigarren                                    3.-

Fahrer                                        6.-

Schuhe                                    29.-

Abendbrot                                 9.80

Cig.5u. Bier                                2.50

1. Nov.6Frühstück                             2.-

Mittag                                        14.-

Kaffé                                            2.-

Abend                                       178.-

Bier usw.                                     2.-

2.7Frühstück                                      1.20

1 Wort               5.-

 

                                                 778.908

  • 1Es handelt sich um den Übertrag der Reisekosten von dervorhergehenden Seite. Alle Preise auf dieser Seite sind in Reichsmark angegeben. Im Juni 1939 wurde Posse von der Reichskanzlei ein Verrechnungsbetrag von 10.000,- Reichsmark zur Verfügung gestellt zur Begleichung seiner Reisekosten. Das Geld wurde auf sein Konto Nr. 7102 bei der Dresdner Bank, König Johannstraße, überwiesen. Am 14.10.1940 war der Betrag bis auf RM 2067,- erschöpft und er forderte "eine weitere Summe" an. "Es ist selbstverständlich, daß ich nach dem Verbrauch der RM 10 000 der Reichskanzlei sofort Abrechnung ablege." (s. BArch, B 323/103, Nr. 150, Posse an Bormann, 14.10.1940). Die akribischen Kostenaufstellungen dienten der erwähnten Abrechnung mit der Reichskanzlei.
  • 2Datumsangabe: 29. Oktober 1940
  • 3Datumsangabe: 30. Oktober 1940
  • 4Datumsangabe: 31. Oktober 1940
  • 5Cigarren
  • 6Datumsangabe: 01. November 1940
  • 7Datumsangabe: 02. November 1940
  • 8zur Fortsetzung der Reisekostenaufstellung
DKA_NLPosseHans_IB4-0060.tif

Paris

MetternichKlé 36891

Militärverwaltgschef2

Staatsrat Turner

Chambre des Députês

(Palais Bourbon)3Zimmer 100 – 103

 

Direktor desLouvre4

Treuhänder

Hotel Westminster5(Angerer)

BeauftragterGöring.

 

Mrs.JacquesBeltrandBertrand, Directeur

Treuhänder! des Beaux-Arts6

 

Mr. Schloss7

Galerie u. Wohnung

38. Av.8Henri Martin

Tel. Passy 50 – 049

Bureau: 4 rue Martel

Tel. Taitbout 75 – 6010

Gefordert 40 Mill.11fr.12

(im unbesetzten Gebiet).

  • 1Telefonnummer;

    die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Üblicherweise wurden nur die Buchstabencodes oder die Bezirksnamen, deren erste drei Buchstaben den dazugehörigen Code ergaben, und die Teilnehmernummern notiert. Die Nummer der Zentrale ergab sich automatisch über die Eingabe der Buchstaben, denen auf der Wählscheibe des Telefons eine bestimmte Ziffer zugeordnet war. "Klé" bezieht sich auf die nachJean-Baptiste Kléberbenannte Avenue Kléber, in der sich im Hotel Majestic von 1940 bis 1944 das Hauptquartier des Militärbefehlshabers Frankreich und dessen zentrale Abteilungen befanden, die Bezirksnummer lautete 553.

  • 2Militärverwaltungschef
  • 3Das Palais Bourbon an der Pariser Pont de la Concorde war bis Juni 1940 der Sitz der Abgeordnetenkammer (Chambre des députés) der Dritten Französischen Republik gewesen. Die deutschen Besatzer nutzen das Gebäude für Abteilungen der Verwaltung und Luftwaffe, so war dort eine Dienststelle der Militärverwaltung vonPariseingerichtet worden.
  • 4Der damalige Direktor desLouvrewar Jacques Jaujard.
  • 5Seit 1809 bestehendes Luxushotel in der 13 Rue De La Paix inParis.
  • 6Beltrandwar 1940 vonGöringzum Kunst-Sachverständigen der französischen Regierung ernannt worden - die Direction (générale) des Beaux-Arts war Teil des französischen Ministère de l'Éducation nationale.
  • 7Gemeint ist wohl einer der Söhne vonAdolphe Schloss, der eine wertvolle Gemäldesammlung angelegt hatte. Nach dem Tod seiner Witwe ging die Sammlung an die gemeinsamen Kinder - 2 Töchter und 3 Söhne - über, die diese ausParisheraus, in das Schloss de Chambon im unbesetzen Teil Frankreichs bringen ließen. Im Folgenden hieltPosseAdresse und Telefonnummer der Schloss'schen Privatwohnung, 38 Avenue Henri-Martin, sowie des Familienunternehmens, der Firma "Adolphe Schloss Fils & Cie., commissionnaires exportateurs", 4 Rue Martel, fest. Die Erben boten ihm die Sammlung für einen Preis von 40 Millionen Französischen Francs an, ein Kauf kam jedoch nicht zustande.
  • 8Avenue
  • 9Telefonnummer der Schloss'schen Privatwohnung; "Passy" (Buchstabencode PAS) bezieht sich auf die 1860 nachPariseingegliederte gleichnamige Gemeinde, das heutige 16. Pariser Arrondissement, die Bezirksnummer lautete 727
  • 10Telefonnummer der Schloss'schen Firma; "Taitbout" (Buchstabencode TAI) bezieht sich auf ein Gebiet um die Rue Taitbout, die Bezirksnummer lautete 824
  • 11Millionen
  • 12Preisangabe in Französischen Francs
DKA_NLPosseHans_IB4-0061.tif

Paris

Prof.Meller

ca 70 cmhoch

Maulpertsch1RM. 2000

Botticini(?)Madamt Kind u. Joh.2

RM. 10000

HolzreliefHans Schwarz. RM 4 000

(vgl.MünchenNat.-Museum)

 

Les Arts 1902 (3) 13 alsFilippino

Lippi(Frühwerk v.Pinturrichio.3

 

Engel

Jordaens,Vanitas

55 000 fr.4

aus England

 

Bertrand5

Epting

 

General de Gurko

ParisX

10 SquaredeDesaix

(Tischbein)6

GräfinPaccelli-l’Orsini

DKA_NLPosseHans_IB4-0062.tif

Paris

Mr. Walther"Editart"1

TelBalzac39 - 162

19. rue de Marignan3

 

Slg.4Rothschild inLausanne5

 

Walther:Fragonard,die

               Liebenden.umrahmt

Meller

Ricci6

 

Schloss Armainvilliers

beiCretz(:Rothschild)7

Terborch,Gesellschafts-

szene(für dasKh.

Museum Wienge-

sperrt) !8

 

Depot Rue de Lille:

Rothschild aus Ferrières:9

J.B. Weenix, Berchem.10

Selligmann, Rothschild

nachBerlin!11

  • 1Gemeint ist wohl die GalerieQuatre Chemins, der ein eigener Verlag, die Sparte "Editart", angegliedert war.
  • 2Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. Üblicherweise wurden nur die Buchstabencodes oder die Bezirksnamen, deren erste drei Buchstaben den dazugehörigen Code ergaben, und die Teilnehmernummern notiert. Die Nummer der Zentrale ergab sich automatisch über die Eingabe der Buchstaben, denen auf der Wählscheibe des Telefons eine bestimmte Ziffer zugeordnet war. "Balzac" (Buchstabencode BAL) bezieht sich auf den Bereich um die Rue Balzac, die Bezirksnummer lautete 225.
  • 3Pariser Adresse der zuvor genannten Galerie
  • 4Sammlung
  • 5Vermutlich handelte es sich um die SammlungEdmond de Rothschild.
  • 6Eventuell ist bzw. sind ein oder mehrere Werke des KünstlersSebastiano Riccigemeint.
  • 7Gemeint ist Schloss Armainvilliers der Familie Rothschild (s.Eintrag "Château d'Armainvilliers, Seine-et-Marne, France"auf der Familien-/Archivhomepage der Rothschilds) inGretz-Armainvilliers. Im Sommer 1940 waren dort einige Kunstwerke aus dem Besitz vonEdmondbzw.Maurice de Rothschildsichergestellt worden.
  • 8Das erwähnte Gemälde war für die Verteilung gesperrt, da dasKunsthistorische MuseuminWienAnspruch darauf erhob.
  • 9Im Depot derDeutschen Botschaft in der Pariser Rue de Lille befanden sich Bestände der Sammlung Edmond de Rothschild aus Schloss Ferrières (s.Eintrag "Château de Ferrières, Seine-et-Marne, France"auf der Familien-/Archivhomepage der Rothschilds) inFerrières-en-Brie(s.BArch, B 323/295, S. 4: "Sammlung Edmond Rothschild, vorgefunden auf Schloss Ferrières").
  • 10Gemeint sind Werke der KünstlerJan Baptist WeenixundNicolaes Berchem.
  • 11Kunstwerke aus den Sammlungen der Pariser Kunsthändlerfamilie Seligmann und dem Pariser Zweig der Rothschilds sollten nachBerlingebracht werden.
DKA_NLPosseHans_IB4-0063.tif

Paris

Listen1

1. Schloss Armainvilliers2

2Baron Maurice Rothschild

41 rue du Fbg.3St.4

Honoré (in Depot

rue de Lille)5

3. Sichergest.6Bilder (ggwärtig7im

deutschen Inst.rue Domi-

nique (Gerung)8

4. Schloss Ferrieres.

(2 Cuyps,)9Zuskunft10in /Hendaye11

 

Listen zurückbringen.12

Armainvillers13/ (Terborchusw) / alter Besitzer? R.14?)

Graf Welzek

Stora

Karten abgeben(Speidel,Best/KütgensZeitschel/Metternich

Klemmergummis15

Rahmen   Schokolade.

Seife

Cigarren

Schuhe

Best

Koffer

Rahmen(Rotsch)

DKA_NLPosseHans_IB4-0064.tif

Paris

Landi(Goyabildnis)

 

Chef desKdo1-Stabes

z. H.2Militärbefehlshaber

von Frankreich

zu HändenOberleutn.3Limbert

Adjt4des OberHotel Majestic5

Paris

 

Tischbein

Mr. W.Walther  Walter

Société Editart

19 rue de Marignan

Paris VIII.6

1 WortvomHaagaus

 

! Koenigs.Grünewald.7

 

Wien. Rothschild: Desmarées (?8

Großes GemäldeReiter mit

Hunden in Landschaftt??

(Hbstk)9

DKA_NLPosseHans_IB4-0065.tif

Brüssel1

2 -3 000 Dr.Warnekros!

niederl.2Bild.

 

Brüssel3      30. Okt. 40

General v. Falkenhausen

 

Kriegsverwaltgs4Vicepräsident

Dr. v. Craushaar

Rue de La Loi 125

(Militärverwaltg)6

Militärverwaltungschef

Vorzimmer.

 

31. Okt. 20Hotel: Villlinga

 

1 RM = 12,50 frcs7

  • 1Die ersten Einträge auf dieser Seite beziehen sich noch aufParis.
  • 2niederländisches
  • 3Possefuhr am 30. Oktober 1940 "früh mit [dem] Auto nachBrüssel", wo er sich bis zum Morgen des 3. November 1940 aufhielt. Am 3. November fuhr er "früh mit [dem] Auto nachden Haag". (s.DKA, NL Posse, Hans, I,B-1: Hans Posse, Diensttagebuch, Einträge vom 30.10.1940 und 03.11.1940).
  • 4Kriegsverwaltungs
  • 5Es handelte sich um die Adresse der Militärverwaltung inBrüssel. In der Rue de la Loi, niederländisch Wetstraat, befanden sich wichtige Regierungsgebäude.
  • 6Militärverwaltung
  • 7Es handelt sich um den damaligen Wechselkurs von Reichsmark in die Währung Belgischer Franken oder Franc; umgekehrt entsprach ein belgischer Franken 0,08 Reichsmark.
DKA_NLPosseHans_IB4-0096.tif

Peterich

Zikan-Seiberl

B 510711

Engel2:

Arens                  260 : 20 = 13

rue de   250 : 20 20/60

Lebeau  12

Brüssel      Leger & Son3 95 : 20 = 4,6

                   (zerhGJaeggi  60/65

                   rue Royale

                   (Claridge?)

                   Astoria4

Kraftfahrstaffel1 Wort

Citroen Garage

            Klé 553 8 3 3 35Fahrbereit-

Scyffers               schaft

14 Rue                 Lt6 Wohlrabe

Regence    Moritz

Klé 553 83  76/27

2 WörterDienstleitung

  • 1Vermutlich handelt es sich um eine Telefonnummer.
  • 2Eventuell ist der KunsthändlerHugo Engeloder dessenPariser Galeriegemeint.
  • 3Vermutlich ist eine Filiale derLeger GalleriesinBrüsselgemeint.
  • 4Mit Claridge und Astoria sind wahrscheinlich Hotels inBrüsselgemeint.
  • 5Es handelt sich um eine Telefonnummer. Die alten Telefonnummern in Frankreich bestanden aus einer alphanumerischen Kombination. InParissetze sich diese aus drei Teilen zusammen: zuerst eine meist von Orts- oder Personennamen abgeleitete Buchstabenkombination für einen bestimmten Teilbereich der Stadt, dann eine dreistellige Nummernkombination für die zuständige Telefonzentrale bzw. die Bezirksvorwahl und abschließend ein in der Regel vierstelliger Nummerncode für den jeweiligen Teilnehmeranschluss. "Klé" bezieht sich auf die nachJean-Baptiste Kléberbenannte Avenue Kléber, in der sich im Hotel Majestic von 1940 bis 1944 das Hauptquartier des Militärbefehlshabers Frankreich und dessen zentrale Abteilungen befanden, "553" auf die Zentrale, die übrigen Ziffern auf den Endanschluss.
  • 6Leutnant
  • 7Telefonnummer